Orgelbeschreibung

Die Planungen zum Bau einer neuen Orgel für die neuapostolische Kirche in Wolfenbüttel reichen in das Frühjahr 1990 zurück. Wie zuvor die Gemeinden Hannover, Braunschweig und Göttingen sollte auch die Gemeinde Wolfenbüttel eine kombinierte Pfeifen-Computerorgel erhalten.
Am 14. Juni 1991 wurde der Auftrag zum Bau der Orgel an die Firmen AHLBORN-Orgel GmbH sowie W. Sauer Orgelbau Frankfurt/Oder erteilt.

Bezirksapostel Arno Steinweg weihte am 5. April 1992 in einem Jugendgottesdienst die Orgel ein.

Die architektonische Gestaltung der Orgel fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein. Der Werkaufbau der Orgel ist deutlich erkennbar: rechts und links Hauptwerk und Pedal - in der Mitte das Schwellwerk.

Nachdem der elektronische Part in die Jahre gekommen war, wurde im Jahr 2014 die Entscheidung getroffen, den Spieltisch und den Elektronik-Part der Orgel zu erneuern. Der Pfeifenteil ist davon unberührt. Die Wahl fiel auf die Fa. Mixtuur. Es wird mit gesampelten Registern gearbeitet – also mit einer virtuellen Pfeifenorgel. Eingebaut wurde der neue Spieltisch Mitte 2015.

Die Orgel verfügt nunmehr über 39 klingende Register, die sich nach wie vor auf 2 Manuale verteilen.

Die neuen Elektronikregister bereichern den Pfeifenteil der Orgel sehr und eröffnen sowohl im Literaturspiel als auch im gottesdienstlichen Gebrauch sehr viele neue Möglichkeiten. Der Gesamtklang der Orgel ist sehr facettenreich und voll, und ermöglicht die originalgetreue Wiedergabe von Orgelwerken aller Stilepochen. Speziell Stücke der Orgelromantik sind jetzt sehr viel differenzierter darstellbar.
Neben den Normalkoppeln verfügt das Instrument über 32000 Setzerkombinationen, Tritte für Tutti, Plenum, Zungen ab, Sequenz auf und ab und Handregister sowie über einen Crescendotritt (Registerschweller), eine hauptsächlich aus der Orgelromantik bekannte Spielhilfe.
Die Orgel wiegt ca. 6 Tonnen und ist über eine Stahlkonstruktion an der Wand befestigt.
W.Sauer Orgelbau besteht seit 1857. Bedeutende Orgeln der Firma stehen im Bremer Dom, im Breslauer Dom und im Berliner Dom. Einer der bekanntesten Sauer-Orgeln steht in der Thomaskirche in Leipzig.