Liebe als Sprache

Wolfenbüttel. Am 28. Juni 2017 besuchte Bischof Dirk Hiddessen die Gemeinde Wolfenbüttel. In seiner Begleitung war Hirte Wolfgang Schwand (Gemeinde Herrenhauen).

Der Bischof diente mit dem Wort aus Matthäus 26, 73:

„Wahrhaftig, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich.“.

Nachdem er die Gemeinden Wolfenbüttel und Dorstadt (war eingeladen) begrüßt hatte, ging er zunächst auf das Chorlied (Gott deine Güte reicht soweit wir der Himmel ist) ein und stellte die Frage, wie weit der Himmel ist. Der Himmel ist dort, wo Gott ist und wo er regiert und wirkt. Er wirkt auch im Herzen, so seine Antwort.

Aufgrund des Pfingstgottesdienstes überlegte der Bischof ein Wort zu nehmen, wo um die Sprache geht. In diesem Bibelwort hat die Sprache von Petrus verraten, dass er ein Jünger Jesus ist, trotzdem hat er ihn dreimal verleugnet. Wir hören heute viele Sprachen: die Sprache des Egoismus, der Überheblichkeit, der Gewalt, der Angst, des Ärgers, der Frust und des Hasses.

Eine Fremdsprache lernt am besten, wenn man für einige Zeit ins Ausland geht - dorthin, wo die Sprache gesprochen wird. Die Sprache der Liebe lernt man dort, wo sie gesprochen wird: Dort wo Gott ist, in der Gemeinde. Je mehr jeder sich mit der Sprache beschäftigt, desto leichter wird sie gelernt. Mit Hilfe des Heiligen Geistes haben wir die Gabe, diese Sprache sprechen zu können. Der Heilige Geist bietet sich nur an. Er drängt sich nicht auf, da wir eine Eigenverantwortung haben. Wir bestimmen selbst welche wir Sprache wir sprechen möchten. „Wir brauchen uns nur fragen, wie würde Jesus jetzt sprechen?“ erklärte der Bischof. Einfach so tun, wie Jesus es tun würde, da Liebe keine Grenzen kennt.

Hirte Schwandt stellte im Mittelpunkt seiner Ausführung, dass es gut ist, wenn jeder Christ die Sprache Jesus Christus spricht und das mit einer offenen Kommunikation. Kommunikation beginnt schon in den Gedanken, denn das Verhalten eines jeden Mensches ist ein Produkt seiner Gedanken.

Vor der Feier des Heiligen Abendmahles lies der Bischof die 4. Strophe des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe“ singen. Wo es heißt „Möcht´ deine große Jesuliebe in meinen Sinn gepräget sein!“. Mit Gott gehen wir in die richtige Richtung um zu Vergeben. Er machte es an einem Beispiel deutlich: Ein alter Volksstamm (Babemba) aus Südafrika brachte die Stammesmitglieder, die einen Fehler begangen haben, in der Mitte des Dorfplatzes. Es war hierbei egal, wie schwer das Vergehen war. Alle Stammesmitglieder des Dorfes stellten sich im Kreis um die Person auf und begannen zu erzählen, was sie Gutes mit dem „Angeklagten“ erlebt haben. Am Ende wurde der Kreis geöffnet und der Betreffende wurde wieder in den Stamm aufgenommen. Die Liebe überwindet das, was passiert war. Eine schlechte Bewertung fand nicht mehr statt. Es war ein Tabu über die Tat zu sprechen. Übrigens: nach der Zeremonie wurde ein Fest gefeiert.